Lagerkiste „Klein“

 

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Lagerkiste „Klein“

Diese Kiste aus Fichtenleimholz heißt zwar „Klein“, hat aber mit Außenmaßen von 68*48*34cm [L*H*B] ein ordentliches Fassungsvermögen.
Da sollten schon einige Besitztümer für ein Lagerwochenende reinpassen.

Alle Verbindungen sind wasserfest verleimt und zusätzlich mit Holzdübeln aus Buche verstärkt. Der Boden ist für erhöhte Stabilität in die Kopfseiten eingesteckt.
Beide Kopfseiten und der Boden sind aus 28mm starkem Material gefertigt Die beiden langen Seitenbretter werden nicht belastet und sind deshalb zwecks Gewichtsersparnis nur aus 18mm starken Brettern gemacht.

Eingesteckter Boden
Eingesteckter Boden

Im Inneren der Kiste sind zwei Leisten angebracht. Diese können auf Wunsch mit zusätzlichen, einzeln entnehmbaren, individuell gegen Aufpreis gefertigten Laden oder Einsätzen beispielsweise für Geschirr, bestückt werden.

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Der Deckel liegt bei der einfachen Version lose auf.
Gegen Aufpreis sind auch Lederscharniere oder geschmiedete Kistenbänder machbar.

Der Preis für die abgebildete Version beträgt 99,00€ + 10,00€ Versandkosten für den Versand innerhalb der BRD.

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Lagerkiste

Für die kommende Marktsaison wollte ich eine (ein paar) Lagerkisten bauen, die gleichzeitig als Sitzgelegenheiten dienen sollen.
Um das Ganze möglichst einfach zu halten, entschied ich mich für sogenannte Sechsbrettkisten. Wie der Name schon sagt, bestehen diese Kisten aus 6 Brettern – 4 Seitenteilen, Boden und Deckel. Sie sind sehr einfach zu bauen, weil nur gerade Schnitte in 90°-Winkeln zu machen sind und man ohne Stemmarbeiten auskommen kann. Aus Kostengründen habe ich den Prototypen aus Fichtenholz gebaut.

Benötigtes Material: 1 Brett 2500*400*18mm, 1 Brett 2000*300*28mm, 1 Beschlagset, Schmiedenägel, Seil und Rundholz für Griffe, Holzdübel, wasserfester Weißleim (Ponal)

Zuschnitt: Aus dem 18mm-Brett werden die beiden Längsseiten und der Deckel der Kiste gesägt.
3*800*400*18mm
Aus dem 28mm-Brett werden die beiden Kopfseiten und der Boden
1*300*800*28mm
2*300*450*28mm

Wirklich messen muss man dabei nur 2 Maße, nämlich die 450mm für die Höhe der Kiste. Die entsprechen in etwa der üblichen Sitzhöhe eines Küchenstuhles.
Die 800mm für die Länge der Seitenteile habe ich auch ausgemessen.
Alle anderen Maße kann man direkt an den Stücken abnehmen und übertragen.

Im Prinzip könnte man die zugeschnittenen Bretter einfach stumpf gegen einander leimen und nageln und die Kiste wäre fertig.
Ich habe, um mehr Stabilität in das Ganze zu kriegen, die Längsbretter in die Seitenteile eingesetzt. Die Skizze sollte zeigen, was ich damit meine.

Bauskizze
Bauskizze

Dazu muss nicht großartig gemessen werden. Ich habe einfach die Längsbretter an der Ober- und Außenkante bündig auf die Seitenbretter gestellt und mit einem Bleistift die Kanten entlang gemalt. Fertig ist der Anriß für meine Sägeschnitte.
Apropos Sägen: Man kann den ganzen Bau mit einem scharfen Fuchsschwanz und einem Akkubohrschrauber erledigen. Ihr braucht also nicht erst teures Werkzeug zu kaufen, um ein paar einfache Kisten zu bauen.

Ich habe als erstes die Seitenteile zusammengesetzt und dann den Boden angezeichnet und ausgesägt. Dazu habe ich die Kiste einfach auf das, grob zugeschnittene (300*800mm) Bodenbrett gestellt und wieder mit Bleistift, an den Innenkanten entlang, angezeichnet.
Auf diese Art passt der Boden auch, wenn einem die Kiste ein wenig aus dem Winkel geraten ist…..
Der Boden liegt auf 2 Leisten auf, die ich aus den Resten gesägt habe.

Seitenteile werden verleimt
Seitenteile werden verleimt
Boden und Auflageleisten
Boden und Auflageleisten

Den Deckel passt ihr auf dieselbe Art an, wie den Boden. Nur zeichnet ihr diesmal an den Außenseiten der Kiste lang.

Jetzt fehlen eigentlich nur noch die Beschläge.
Ich habe dazu ein Set von Battlemerchant verwendet. Es enthält die geschmiedeten Scharniere, sowie ein Verschlussband mit Gegenstück, so daß man die Truhe mit einem Vorhängeschloss absperren kann.

Verschlussband
Verschlussband

Die Beschläge habe ich mit geschmiedeten Nägeln – ebenfalls von Battlemerchant – angenagelt. Dazu habe an den entsprechenden Stellen im Deckel Verstärkungsleisten angeleimt und die Nagellöcher vorgebohrt.

Deckel mit Verstärkung
Deckel mit Verstärkung

Als letzte konstruktive Maßnahme habe ich die Stöße, an denen die Bretter miteinander verleimt sind, mit Holzdübeln verstärkt. Dazu habe ich 9mm starke Rundstäbe aus Esche aufgeschnitten, weil ich die gerade zur Hand hatte. Ihr könnt natürlich auch vorgefertigte Holzdübel aus dem Baumarkt nehmen.

Detail_Fuß
Detail des Kistenfußes mit Dübel und Bodenträgerleiste
Duebelecke
Dübelecke der Seitenwand

Die herausstehenden Enden der Nägel habe ich umgeschlagen. Das sichert die Beschläge zusätzlich.
Schließlich habe ich noch Tragegriffe aus Seil und durchbohrten Rundhölzern angebracht.

Fertige Kiste ohne "Anstrich"
Fertige Kiste ohne „Anstrich“

Die Oberflächenbehandlung werde ich „zweiteilig“ halten. Der Boden und die Füße der Kiste werden mit seidenmattem Lack lackiert, um einen gewissen Schutz vor der Bodenfeuchte zu erhalten. Der Rest der Außenseite bekommt ein paar Behandlungen mit Danish Oil. Innen bleibt die Kiste unbehandelt.

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Nachbetrachtung: Eine Kiste in diesem Design ist einfach zu bauen und man kann sie beliebig abwandeln. Aaaaaaber………
1. Fichte ist sehr weich. Das bringt Probleme beim Bohren der Dübellöcher und beim Nageln der Beschläge. Ich werde mich auf jeden Fall mal umschauen, was entsprechende Eichen- oder Buchenbretter kosten.
2. Bei weiteren Kisten für mich (Die taugen bestimmt auch in der Werkstatt.) werde ich auf die Beschläge verzichten. Sie treiben den Preis in die Höhe und sind meiner Meinung nach nicht wirklich nötig. Mir reichen die Tragegriffe und ein Deckel, der ordentlich aufliegt.
Alternativ könnte man Lederbänder als Scharniere nehmen, wenn man denn unbedingt den Deckel fest mit der Kiste verbinden will.

Zu den Kosten: Mich hat das Holz 56,00€ gekostet und die Beschläge insgesamt ca. 40,00€. Dazu kommen noch ca. 10,00€ für Kleinteile wie Seil, Rundholz für die Griffe, Öl & Lack, Holzdübel & Leim. Davon habe ich natürlich schon Einiges in der Werkstatt, aber es gehört trotzdem in die Rechnung.

Insgesamt kann man so eine Kiste – abgesehen von der Oberflächenbehandlung – an einem Tag fertig bekommen.

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