Ein Speer für den Eifelpfeil

Ich habe mir endlich mal die Zeit genommen, etwas nur für mich zu bauen.
Die verbaute Speerspitze habe ich schon so lange in der Werkstatt liegen gehabt, daß ich gar nicht mehr weiß, wo sie herkommt. Irgendwo muss es auch noch eine zweite davon geben. Aber die ist bis jetzt verschollen.
Es wurde also wirklich Zeit….

Das Ziel war ein kurzer Jagdspeer von ca. 160cm Länge, der sich gut führen lassen und auch im Kampf mit einem Schild brauchbar sein sollte.

Als Schaft dient ein „Schippenstiel“ aus Esche von 30mm Durchmesser. Der Stab hat eine einwandfrei grade verlaufende Maserung und ist so stabil, wie es mir nur wünschen kann.
Das hintere Ende habe ich abgerundet und die Aufnahme für die Speerspitze auf dem Bandschleifer und am Schluss mit Feilen und Schleifpapier passgenau geschliffen.

Als Deko habe ich mit einer Drahtsäge wie sie Fliesenleger verwenden jeweils 3 Ringe kurz unter der Spitze und am hinteren Ende eingesägt.
Diese Ringe habe ich dann mit roter und blauer Acrylfarbe eingefärbt.

Die Spitze wurde mit Epoxydharz aufgeklebt und zusätzlich mit einer Messingniete gesichert.

Zum Schluss wurde der Schaft mit 4 Schichten Danish Oil versiegelt.

Ich war sehr glücklich mit dem guten Stück. Leider hatte ich nicht allzu lange Freude an dem Zahnstocher. Auf den Römertagen 2017 auf der Villa Borg sah ein Besucher den Speer, den ich eigentlich nur als Deko mitgenommen hatte und er zahlte ohne mit der Wimper zu zucken den „Geh weg! Eigentlich will ich gar nicht verkaufen.“-Preis

Allerdings habe ich inzwischen die zweite Speerspitze wiedergefunden.
Ein neuer Speer wird nicht allzu lange auf sich warten lassen.

Pfeile für das Schnellschießen

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Vor ein paar Tagen rief mich eine Kundin an und erzählte mir, daß sie sich für das Schnellschießen, so wie Lars Andersen es in vielen Youtube-Videos zeigt, interessiert.
Dafür braucht sie spezielle Pfeile mit einer Vierfachbefiederung, die relativ weit unten auf dem Schaft sitzen soll – Ähnlich wie bei den Bogenreitern – damit man den Pfeil gut packen kann und man nicht auf eine Leitfeder achten muss.
Noch wichtiger war für sie aber die Nocke des Pfeils. Diese sollte kreuzförmig eingeschnitten sein, damit es auch hier „so egal wie möglich“ ist, wie man den Pfeil beim Aufnocken in der Hand hält.
Versuche eine solche Kreuznocke einfach in den Holzschaft ein zu schneiden, zeigten recht schnell, daß handelsübliche Schäfte dafür zu dünn sind.
Es bleibt einfach nicht genug Material übrig, um eine stabile Nocke zu erzeugen; egal wie sorgfältig man die anschließend wickelt.

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Mein Lösungsansatz besteht darin einen Stahlblunt als Nocke zu verwenden. Der wird auf ein Ende des Schaftes aufgeschraubt, so als würde man die Spitze ganz normal montieren. Dann schneide ich den Blunt mit einer Fliesensäge kreuzförmig ein und feile die Sägeschnitte sauber, um die Nocke zu erzeugen.

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Dann wird wie gewünscht befiedert und eine Stahlspitze aufgeschraubt. Drei Testpfeile sind jetzt fertig und machen sich demnächst auf den Weg zur Kundin.
Ich bin sehr gespannt, ob sie mit den Pfeilen zurecht kommt.

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Flyer

Gestern wurden die neuen Flyer angeliefert, rechtzeitig zu den kommenden Veranstaltungen.

Propagandamaterial
Propagandamaterial

Ich bin super zufrieden! Die Monks – Renate & Markus – haben tolle Arbeit geleistet. Die Flyer sind auf hochwertigem Papier (250gr) gedruckt und fassen sich wertig an. Klar gegliedert, liefern sie alle Informationen, die ein Interessent für einen ersten Kontakt braucht.

IMG_2054IMG_2059Ein besonderes Highlight ist für mich, die individuell angefertigte Anfahrtsskizze. Damit gehen wir allem Stress mit Google und Konsorten aus dem Weg und sie ist mindestens genau so gut.

Händisch erstellte Anfahrtsskizze
Händisch erstellte Anfahrtsskizze

Ein höchst zufriedener Eifelpfeil bedankt sich nochmal ausdrücklich bei den Marketingmönchen aus der Kirchstraße.

Jetzt muss ich die Dinger nur noch unter das Volk bringen…..

 

Kaiser Karls Pfeile sind fertig

Kaiser Karls Pfeile für die Aachener Ausstellung sind fertig.
Die Bilder zeigen die Variante, die von den Ausstellungsmachern gewünscht wurde.
Gänsefedern in Dreiecksform, mit Birkenteer auf Eschenschäfte geklebt und mit ungefärbtem handgesponnenem  Flachsgarn gewickelt.
Die geschmiedeten Spitzen wurden ebenfalls mit Birkenteer aufgeklebt und zusätzlich mit Bronze verstiftet.

Karl001 Karl002 Karl003 Karl004Da ich genug Material da hatte, habe ich auch noch einen alternativen Dreiersatz gebaut.
Diesmal mit angeschnitzter Selfnock, angelehnt an die Funde aus Oberflacht, Befiederung nicht geklebt, sondern nur gewickelt mit handgesponnenem Seidengarn das mit Indigo und Färberwau gefärbt wurde. Die Spitzen sind diesmal nur mit Birkenpech geklebt.

Karl005 Karl006Am Mittwoch werde ich die Pfeile in Aachen abgeben, wo sie dann ihren Platz in der Ausstellung finden werden.

P.S. Ja Daniel, jetzt geht es weiter mit euren Pfeilen, Armbrusten und Bögen. Gleich nachdem ich den Kinderbogen fertig habe, der bis Montag auf der Post sein muss.

Der Armbrustbau macht Fortschritte

Der Titel sagt es ja schon, beim Armbrustbau geht es voran. Ich habe ein „Vorserienmodell“ mit einem Schaft aus Eiche, Manaubogen und Leinensehne zusammengebaut und erfolgreich getestet.
Die Serienfertigung ist angelaufen. Dieser Begriff ist eigentlich falsch, weil ich beschlossen habe, daß jede Armbrust etwas anders sein soll.
Die allgemeinen Dimensionen werden zwar gleich sein, aber die Geräte werden sich in Details unterscheiden.
Ich finde, das passt einfach besser in die Zeit.
Im Moment nimmt mich allerdings ein anderes Projekt für ein paar Tage in Anspruch, so daß ich nicht mit Volldampf an den Armbrusten arbeiten kann.
Das wird aber spätestens Ende der Woche vorbei sein.

Armbrustbauchaos
Armbrustbauchaos

Kaiser Karls Pfeile

2014  ist ja „Karlsjahr“ in Aachen – 1200 Jahre Karl der Große – und so gibt es natürlich Einiges an Ausstellungen und Veranstaltungen zum Thema.
Ich wurde Mitte April vom Kulturbetrieb der Stadt Aachen, Ausstellungsbüro Karlsjahr 2014, gefragt, ob ich einige frühmittelalterliche Pfeile zu ihrer Ausstellung
Karl der Große. Orte der Macht“ beisteuern würde.

Ich habe gerne zugesagt, zumal ich den größten Teil der benötigten Materialien in meinem Bestand habe.
Nach ein paar notwendigen Rückfragen und Absprachen konnte ich mit der Arbeit beginnen

Als erstes wurden drei Schäfte aus Esche mit sogenannten Selfnocks versehen. Das bedeutet, daß die Sehnenkerbe am Ende des Pfeilschaftes direkt in den Schaft eingeschnitten wird.
Für die „kaiserlichen Pfeile“ wurde diese Selfnock außerdem mit Eichenholz verstärkt, das mit einem Hautleim in die Kerbe eingeklebt wurde.

Selfnock wird vorbereitet
Selfnock wird vorbereitet
Eingeklebte Verstärkungen aus Eiche. Beim mittleren Schaft ist die Nocke fertig
Eingeklebte Verstärkungen aus Eiche. Beim mittleren Schaft ist die Nocke fertig

Als nächstes wurde die Befiederung aus Gänsefedern zugeschnitten und mit Birkenpech auf die Schäfte geklebt.

Zugeschnittene Gänsefedern
Zugeschnittene Gänsefedern
Blubberndes Birkenpech
Blubberndes Birkenpech

Wenn dann morgen die Verklebung endgültig ausgehärtet ist, werden die handgeschmiedeten Spitzen angebracht und die Pfeile mit einer Wicklung aus handgesponnenem, ungefärbten, Leinengarn fertiggestellt.

Die Armbrust – Ein Projekt auf der Zielgeraden

Vier Monate nach dem Umzug in meine Werkstatt kommt ein Projekt zum Abschluß, an dem Daniel und ich schon länger als ein Jahr herumkauen.

Wir wollten eine erschwingliche Armbrust bauen, die ordentlich schießt und sowohl für Larp als auch für die Feldschlacht auf einem Mittelaltermarkt taugt. Dabei sollte es weder ein Latexspielzeug noch ein unerschwinglich teures Replikat werden.
Wir wollten etwas „Ambientiges“, daß so bezahlbar bleibt, daß es ohne schlechtes Gewissen tatsächlich benutzbar ist.

Schaftbastelei
Schaftbastelei

Nach einigen Fehlversuchen mit Stahlbögen von billigen Pistolenarmbrusten und einfachen Holzbögen, entstand der erste wirklich taugliche Prototyp, der auch einen einwöchigen „Dauertest“ durch verschiedene Benutzer überlebte.

Versuchsschäfte
Versuchsschäfte
Prototyp
Prototyp

Bei diesem Prototyp ist der Schaft noch aus Fichte. Der Bogen aus Manau ist schwarz lackiert, weil ich den Lack gerade zur Hand hatte.

Abzug
Abzug

Als Abzug dient ein Doppelhebel aus Stahlblech. Auch das ist ein bekanntes Prinzip. Es ist wesentlich einfacher umzusetzen als die übliche authentische Konstruktion mit Nuss und Nussbrunnen.
Der Niederhalter für den Bolzen besteht aus einem Streifen Messingblech.

Aufnahme und Sicherung des Armbrustbogens

Der Armbrustbogen ist Manau (Rattan) gefertigt. Das entbehrt zwar jeder Aunthentizität, liefert aber einen robusten Holzbogen, der im Ambiente eines Mittelatermarktes nicht unangenehm auffällt und es hält die Herstellungskosten niedrig. Der Bogen wird mit zwei Bolzen in einer passenden Aufnahme am vorderen Schaftende befestigt und zusätzlich mit einer Schnurwicklung gesichert.
Als Sehne kommt bei dem Prototypen noch gewöhnliche Bogensehne aus Dacron B50 zum Einsatz. Bei den Produktionsmodellen wird standardmäßig eine Leinensehne verwendet werden.
Das Testmodell hat sich in dieser Form so gut bewährt, daß ich auf dieser Basis in die endgültige Produktion einsteigen kann.
Das heißt:

  • Das Schaftholz wird Eiche sein
  • Gewöhnliche Schrauben, bspw. am Abzugsmechanismus werden durch Messingbolzen ersetzt
  • Der Bogen bleibt, bzw. erhält Holzfarben
  • Es kommt eine Leinensehne zur Anwendung
  • Der Schaft wird ausgearbeitet und verziert

Sobald die ersten Produktionsmodelle fertig sind, werde ich sie hier vorstellen.

Feuer frei
Feuer frei

 

Pfeilbauaktion

Es stand eine kleine Pfeilbauaktion an.
Eine Freundin lernt Schmiedin in der Aachener Schmiede von Michael Hammers und soll am Dienstag eine Gruppe Grundschulkinder, die die Schmiede besuchen werden, betreuen.
Da die Kinder nicht selber schmieden dürfen und auch nur zwei Stunden in der Schmiede verbringen werden, entstand die Idee mit den Kids Bogen zu schießen und ihnen als Erinnerung einen mittelalterlichen Pfeil mit geschmiedeter Spitze mit zu geben.

Pfeilbau in Progress
Pfeilbau in Progress

Also trafen wir uns heute in meiner Werkstatt um die Pfeile vorzubereiten und dabei einen netten Nachmittag zu verbringen.

Ergebnis eines arbeitsreichen Nachmittags
Ergebnis eines arbeitsreichen Nachmittags

Gegen achtzehn Uhr hatten wir dann vierundzwanzig „Kaiser-Karl-Pfeile“ mit mittelalterlicher Dreifachbefiederung und einer Federwicklung aus pflanzlich gefärbtem Seidengarn soweit fertig, daß am Montag nur noch die Spitzen angebracht werden müssen.

Gegen Ende bricht sich die Anstrengung Bahn
Gegen Ende bricht sich die Anstrengung Bahn

Damit blieb auch noch Zeit, daß gute Wetter für Grillkotteletts und Nudelsalat zu nutzen.

Naturfarben

Ich bin ja immer wieder überrascht, welche Farben man mit Naturfarbstoffen hin bekommt, wenn man weiß was man tut.IMG_1822Das Garn ist Seide und mit Krapp und Wau gefärbt. Es hat beinahe denselben Kupferton wie die Ringe auf den Pfeilen, deren Befiederung ich damit gewickelt habe. Diese Ringe sind allerdings mit einem modernen Effektlack gemacht worden.
IMG_1829Wenn ihr euch für solche handgefärbten Garne interessiert und eure Pfeile einmal mit einer Wicklung aus echter Seide in irgendeiner leuchtenden Farbe verschönern wollt, dann wendet euch an Marled Mader. Ihre Auswahl ist riesig und sollte beinahe jeden Farbwunsch erfüllen können.

Flickr-Fotostream

Sax mit Griff aus Eibenholz und einer Hornscheibe
Sax mit Griff aus Eibenholz und einer Hornscheibe

Der Eifelpfeil hat auch einen Flickr-Account.
Dort könnt ihr euch nicht nur Fotos von Pfeilen, Bögen und Zubehör anschauen, sondern auch Bilder von Veranstaltungen, Turnieren, Lagern und Märkten an denen ich teilgenommen habe.
Im Laufe der Zeit werde ich den Stream weiter befüllen. Auf Facebook gebe ich bekannt, wenn wieder neue Bilder online sind.

Viel Spaß!